A-Cappella aus Leidenschaft
Man wird es immer wieder gefragt: „Wie kommt man zur A-Cappella-Musik?“ Die Antwort kann vielfältig sein. Antwort A: Wir wollten eine Band gründen, hatten aber kein Geld für die Instrumente. Antwort B: Wir waren von den Prinzen so begeistert (diese Antwort fällt bei den Matzsingers aus, weil es die Matzsingers schon viel länger gibt als die Prinzen!!!) Antwort C: Wir wollten mehr machen, als in einem normalen Chor möglich ist.
Also noch mal zu der alles entscheidenden Frage wie alles begann. Im Jahr 1985 haben die Matzsingers noch brav im Schulchor gesungen. Es gab einige ältere Sänger, die sich bereits zu einer A-Cappella-Gruppe formiert hatten und mit bab-duab die Mädels begeisterten. Genau das wollten die Matzsingers auch. Matz suchte die Truppe zusammen: Oliver Rühr, Olaf Kirchhof, Christian Renner, Martin Peppler, Christoph Duchardt und Stephen Müller. Ja, richtig gelesen: Die Matzsingers waren am Anfang zu sechst. Geprobt wurde im Löwenhof in Ober-Schmitten und neben dem Gesang hatte das Tischtennis-Spiel eine besonders wichtige gruppendynamische Funktion: Bewegung soll ja so gut sein für die Stimme und irgendwie ist nur Üben auch langweilig.
Die ersten Auftritte haben uns wirklich Mut gemacht und vor allem mit einer Droge infiziert: dem Applaus. A-Cappella-Gesang, das war Ende der 80er noch etwas Exotisches. Man kann es nicht anders sagen: Die Bekanntheit der Matzsingers wuchs in der Region von Jahr zu Jahr. Und weil es den Leuten so gefallen hat, wurde die Probenarbeit intensiver und ein bisschen professioneller. Die Matzsingers nahmen Gesangsunterricht und bastelten Tag und Nacht (Anmerkung der Redaktion: ein bisschen Übertreibung gehört zum Show-Geschäft!) an neuen Arrangements. Zum Glück hatte man zwischen Vorlesungen und Seminaren noch ein wenig Zeit für die Musik.
Wie gesagt, es kamen immer mehr Auftritte. Im Jahr 1990 kam der hohe Norden an die Reihe. Die Matzsingers hatten ihren ersten Auftritt in Dänemark. Seit dieser Zeit zieht es die fünf Sänger immer wieder mal in das Land von Hans Christian Andersen und Lego.
Im Jahr 1996 stand das erste Mal Allgäu auf dem Terminplan. Bei Fredl und Berta auf der Tenne zu singen, ist immer ein schönes Ereignis für das Ensemble.
Im Jahr 2000 mussten die Matzsingers einen besonders schweren Schicksalsschlag verkraften: Olaf Kirchhof verunglückte mit seinem Auto nach einem Auftritt tödlich. „Machen wir weiter oder hören wir auf?“ Diese Frage beschäftigte einige Wochen.
Es passt – oder sollte man besser sagen: Er passt. Klaus Stefan Kaiser singt seit 2001 bei den Matzsingers. Strahlender Tenor, das richtige Ohr für die Intonation, reichlich Lieder im Kopf und immer für einen Spaß zu haben. Was soll man da noch sagen: es passt.